Tiefe Sklerektomie - Glaukom Therapie

    • Tiefe Sklerektomie - Glaukom Therapie

      Hallo Zusammen,

      mein AA ist der Meinung, ich müsste jetzt etwas gegen den zu hohen Augendruck am linken Auge unternehmen, nur Tropfen genügt nicht mehr.
      Tropfe Xalathan abends rechts und links, sowie Dorzo Comp morgens und abends nur für das linke Auge.
      Links ist der Sehnerv wohl mehr geschädigt als rechts. Druckwerte links: zwischen 19 und 28, rechts: 19 und 21.

      Er hat mir die Augenklinik von Prof. Klink, München empfohlen, bei welcher ich diese Woche zur Untersuchung war.
      Herr Prof. Klink hat mir folgende OP empfohlen: "Tiefe Sklerektomie mit MMC und Avastin".
      Bei diesem Verfahren wird wohl eine Art "Sickerkissen" gebildet und es werden Augentropfen eingesetzt, deren Wirkstoffe
      auch bei einer Chemo-Therapie eingesetzt werden.
      Danach wöchentliche Kontrolluntersuchungen um zu vermeiden, dass sich Narbengewebe bildet.
      Nach der OP sieht man angeblich für einige Zeit schlechter.
      Das Ganze hört sich nicht ungefährlich an.

      Meine Frage: Hat jemand Erfahrung mit dieser OP oder kann mir jemand einen anderen Glaukom-Spezialisten im Raum Süddeutschland
      empfehlen (ich selbst bin aus Stuttgart), damit ich eine 2. bzw. 3. Meinung einholen könnte?

      Ergänzend sollte ich noch erwähnen, dass ich ein etwas komplizierter Fall bin:

      stark kurzsichtig an beiden Augen (ca. -19)
      Netzhaut-OP am rechten und linken Augen, jeweils mit Implantation einer Plombe, wegen Ablösung der Netzhaut
      Grauer Star-OP am linken Auge mit gleichzeitiger Implantation eine I-Stents, welcher jedoch nicht wirkt.

      Nun also auch noch diese "Tiefe Sklerektomie"? Muss das sein, gibt es denn keine Alternative? Es ist zum verzweifeln,
      bitte helft mir!!!

      LG, Adlerauge 59

      EDIT Lars-Michael: Beitrag in das richtige Forum verschoben
    • Hallo Adlerauge 59,

      herzlich willkommen im Augenforum. Professor Thomas Klinik ist einer der besten Glaukomspezialisten die es in Deutschland gibt.

      Adlerauge59 schrieb:

      Herr Prof. Klink hat mir folgende OP empfohlen: "Tiefe Sklerektomie mit MMC und Avastin".
      Bei diesem Verfahren wird wohl eine Art "Sickerkissen" gebildet und es werden Augentropfen eingesetzt, deren Wirkstoffe
      auch bei einer Chemo-Therapie eingesetzt werden.
      Danach wöchentliche Kontrolluntersuchungen um zu vermeiden, dass sich Narbengewebe bildet.
      Nach der OP sieht man angeblich für einige Zeit schlechter.
      Das Ganze hört sich nicht ungefährlich an.
      Jede noch so kleine Operation ist nicht ungefährlich. Da in Ihrem Fall schon eine Netzhautablösung vorliegt, muss der Augendruck runter. Die Zystostatika werden aber in der Glaukomtherapie nicht in den hohen Dosierungen eingesetzt wie bei Krebspatienten. Sie brauchen hier also keine Angst zu haben das z. b. die Haare ausgehen und Sie dann in einigen Wochen ein Glatze bekommen. Man setzt diese Mittel dosiert ein um eine schnelle Verbarbund des neu geschaffenen Abflusses zu verhindern bzw. zu verlangsamen. Was nützt die ganze OP wenn der neue Abfluß nach 4 Wochen wieder dicht ist und der Augendruck erneut ansteigt. Dann beginnt das ganze Spiel mit den Kopfschmerzen unwohl sein usw. von vorn.

      In der deutschen Ärztezeitung vom 26.08.2005 ist dieses Verfahren sehr gut beschrieben: aerztezeitung.de/medizin/krank…-glaukom-schont-auge.html

      Dieses Verfahren ist wesentlich schonender als eine Trabekulektomie. Wie bei jeder Augenoperationen geht verändert sich das Sehvermögen für einige Wochen, was eigentlich ganz normal ist. Der Sehnerv kann recht gut mit einem dauerhaft gleichbleibenden Druck umgehen, nicht aber mit einem der sich ständig verändert. Nach der Operation ist der Augendruck um einiges niedriger als vor dem Eingriff. Nach ca. 6-8 Wochen - es gibt auch Patienten die etwas länger Zeit benötigen - hat sich das Sehvermögen wieder normalisiert.

      Die Mikro-Stents zur Drucksenkung sind noch relativ neu in der Glaukomtherapie und nicht für jede Glaukomart geeignet. Einige Glaukom-Experten warnen mit dem vorschnellen Einsetzen dieser Stents. Es fehlen hierzu Langzeitergebnisse. Jedes Auge ist anders und reagiert dementsprechend auf diesen Stent.

      Siehe auch: uniklinikum-dresden.de/de/pres…bei-neuer-stent-operation


      Ihr Sehnerv muss sich jetzt erst an die neuen Drucklage gewöhnen. Nach der Operation bekommen Sie entzündungshemmende Augentropfen welche den Druck in das Zielniveu bringen sollen.

      Eine Zweitmeinung kann man sich in jedem Fall einholen. Das ist nie verkehrt.
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      Viele Grüße von
      Lars-Michael

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