(Sub)Tropen Urlaub - leben statt existieren

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  • (Sub)Tropen Urlaub - leben statt existieren

    Hallo Leute!

    Ich war in den letzen 5 Wochen etwas inaktiv. Das liegt daran dass ich 5 Wochen in Thailand war. Permanent 70+ Prozent rel. Luftfeuchtigkeit und 28+ Grad Temperatur.

    Der Flug (10h) war erträglich. Meist Augen zu oder Augentropfen. Am Flughafen in Bangkok angekommen noch einmal Augentropfen genommen um den Rest der Logistik (Passkontrolle, Gepäck abholen,...) zu überstehen. Und dann raus aus dem Gebäude.

    Ich muss gestehen dass ich totale Angst vor dem Urlaub hatte. Werde meine Augen die Hitze vertragen? Wird es schlimmer? Wird die Entzündung mehr? Was ist wenn Trigger dazukommen (Sonne, Luftverschmutzung,...)?

    Hier die Antwort:

    Die Augentropfen am Flughafen sollten die letzten sein die ich brauche (was ich da noch nicht wusste). Als ich nach meiner Reise endlich ins Freie kam hat sich was verändert. Die Augen brannten und schmerzten nicht. Sie juckten. Das war eher positiv, da dieses Jucken um einiges erträglicher war als Brennen/Schmerzen.

    Ich verbrachte 4 Tage in Bangkok. Während dieser Tage haben die Augen eigentlich ständig gejuckt, was aber von Tag zu Tag besser wurde (Ausheilen der Entzündung?). Meine Augen fühlten sich permanent feucht und gleitend an. Augentropfen waren nicht mehr nötig, da meine Tränendrüsen wohl mehr Flüssigkeit produzierten als aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit verdampft ist. Auch das weiße Sekret hatte ich nicht mehr in den Augenwinkeln. Es scheint dass das längere Verbleiben der Tränenflüssigkeit verbunden mit der Hitze dazu beigetragen hat, dass sich das kranke Meibum besser mit der Tränenflüssigkeit vermischt.

    Nach 4 Tagen ging es ans Meer. Keinen Smog mehr, keine Abgase, kein Feinstaub, nur frische salzhaltige Meerluft. Bis auf ein leichtes Jucken verspürte ich keine Beschwerden mehr. Augentropfen waren nicht nötig. Gefühlt war mein Zustand eine Note 2+ mit leichtem Jucken und gelegentlicher leichter Reizung wenn ich mich länger in einer durch Klimaanlage trockenen und kalten Umgebung (Kino, Kaufhaus,...) aufgehalten habe. Diese Reizung verschwand sofort wenn ich die Umgebung wieder verließ.

    Den endgültigen Durchbruch verschaffte mir eine 3tägige Ikervis Kur (nach 3 Tagen wieder abgesetzt). Meine Augen waren symptomlos. Kein Brennen. Kein Jucken. Keine Rötung. Nichts. Ich hatte mein Leben zurück. Ich konnte nachts beruhigend schlafen gehen ohne Angst vor dem Aufstehen oder den nächsten Tag. Ich wachte morgens auf, öffnete meine Augen ohne jegliche Symptome. Ich umarmte den Tag und freute mich der Dinge die kommen mögen wie ich es vor Beginn meiner Krankheit tat. Ich verschwendete unter Tags keinen Gedanken mehr an meine Augen; ich konnte über Stunden, oft Tage, meine Krankheit vergessen.

    Dadurch war ich auch psychisch topfit wie früher. Ich konnte wieder herzhaft lachen, Spaß haben, war voller Ideen, Energie und Lebensfreude. Gesellschaft empfand ich wieder als angenehm und entspannend anstatt anstrengend. Ich war wieder der Mensch, der ich vorher mal war. Mir ist erst da aufgefallen wie sehr mich die Krankheit zu Hause verändert und einschränkt.

    Nun bin ich wieder zu Hause. Die ersten beiden Tage ging es mir tatsächlich besser als vor dem Abflug, aber leider ist das nicht so geblieben. Das Brennen kam zurück, so auch die Rötungen. Und leider schlägt sich das auch wieder auf meine Psyche nieder. Mein Zustand ist jetzt 5 Tage nach meiner Rückkehr wieder so wie vorher.

    Fazit:

    Da ich glaube, dass es sich dabei um eine Auto-Immunreaktion handelt die die Lipide angreift, habe ich für mich persönlich resigniert und akzeptiert dass das wohl mein lebenlang so bleibt; unheilbar (das Immunsystem verlernt nicht) und gerade mal so behandelbar am Rande des Erträglichen. Ich spielte vor meinem Urlaub täglich mit dem Gedanken vom Dach zu hüpfen um meinem körperlichen und psychischen Leiden und der Aussichtslosigkeit ein Ende zu bereiten. Heute weiß ich, bevor es soweit ist diesen Mut aufbringen, dass es eine Alternative gibt; Orte auf der Welt an denen ich (Über)Leben kann.

    Oder kurz gesagt:

    Den Kampf gegen die Krankheit hab ich aufgegeben, aber ich weiß jetzt dass ich ihr davonlaufen kann.
  • Hey Nittels, deine Reise hört sich echt gut an :)

    Wollte auch schon immer mal in Richtung Tropfen reisen, habe mich aber nie so Recht dazu überwinden können. Jetzt werde ich doch nochmal darüber nachdenken. :D

    Und kannst du mir noch sagen, wo du weg geflogen bist?
    Mehr Infos über mich und meine Erfahrungen findet ihr auch auf meinem Ratgeber Blog über das Trockene Auge/Sicca Syndrom

    siccasyndrom.net/
  • Das kommt auf den individuellen Fall an. Ich leide an einer Meibom Drüsen Dysfunktion in der Form, dass der Lipidanteil im Meibum nicht stimmt, also das was den Sand des "Sandmännchens" gelb macht. Folglich verdunstet durch den fehlenden weil geschädigten Schutz der Lipidschicht meine Tränenflüssigkeit schneller als meine Tränendrüsen sie produzieren. Wie schnell das geschieht hängt von zwei Faktoren ab; der Temperatur und Feuchtigkeit der Luft.

    In unserem Breitengrad haben wir eine rel. Luftfeuchtigkeit von 40-50%. Das ist recht niedrig und Feuchtigkeit wird schnell von der Luft aufgenommen; schneller als die Tränendrüsen produzieren. Die Augen werden trocken. Im (sub)tropischen Breitengrad beträgt die Luftfeuchtigkeit 70%+. Durch die hohe Sättigung wird Feuchtigkeit sehr langsam an die Luft abgegeben; langsamer als die Tränendrüsen produzieren. Ergo werden die Augen nicht trocken.

    Wenn die Trockenheit die Syptome auslöst (Schmerzen, Entzündung,...) verschwinden auch diese logischerweise.

    Anders sieht es aus wenn du eine andere Grunderkrankung hast wie z.B. Rosacea, Demodex und Co und diese die Symptome direkt auslösen. In feuchtem Gebiet werden die Augen immer noch weniger trocken sein, aber die Symtome können bleiben, wenn du Pech hast durch die höhere Temperatur sich sogar verschlechtern (z.B. ist Sonne und Hitze eher schlecht für Rosacea).

    Sicca ist ein Syndrom das mehrere Ursachen haben kann. Es kommt auf die Ursache an ob ein Aufenthalt in den Tropen eher positiv oder negativ ist. Ich kenne durchaus Berichte von Leuten mit Sicca die im subtropischen Gebiet wohnen und trotzdem Beschwerden haben.
  • Bist du denn so sicher dass es am meibum liegt? Bei niedriger tränensekretion kommt es doch in der regel auch zur lidrandentzündung und zur MGD. mir schwebt die ganze zeit im kopf der gedanke an efamol 500, wenn meine beschwerden nicht komplett weggehen. Habe viel gelesen, dass es die haut aufbessert aber auch vorallem die tränensekretion anregen soll. Ob diese ganzen bewertungen von echten personen stammen k.A.
    Haste mal antibiotika für die lidrandentzündung dir verschreiben lassen? Ofloxacin, gentamicin, erythgromicin. Kann doch sein dass das meibum sich aufgrund von staphylococcen verändert hat. Ich weiß dass du schon viel probiert hast, aber vllt gibts tatsächlich etwas, was dir auch in unseren beschis.... breitengraden helfen kann. Welche autoimunerkrankung verändert das meibum? Schilddrüse vielleicht?
  • Was der Trigger für MGD ist weiß leider niemand. Das einzige was die meisten hier inkl. mir als Trigger gemeinsam haben ist emotionaler Stress bevor die Sache losging. Ob das der Primärtrigger war oder einen Sekundärtrigger bzw. eine Kette zur MGD ausgelöst hat weiß man nicht. Ich habe meine eigene Theorie über meine Form der MGD die ich --> hier <-- beschrieben habe. Ich glaube dass die MGD eine eigenständige Autoimmunerkrankung ist die gezielt die Lipide angreift.

    Antibiotika brauch ich keine, weil Entzündung nicht mein Problem ist; die hab ich unter Kontrolle. Mein Problem ist die Qualität des Meibum, und die ist auch Schrott wenn ich keine Entzündung habe (wie z.B. im Urlaub). Bakterien hatte ich keine, habe ich am Anfang in der Akutphase testen lassen.

    Und Angst hatte ich nur als ich in den Urlaub flog, weil ich nicht wusste wie meine Augen auf das Klima reagieren. Dass alles so ist wie es war wenn ich zurück komme war mir eigentlich schon im Vornherein klar. Entsprechend hab ich im Urlaub keine Illusionen gemacht und keinen Gedanken daran verschwendet.