Probleme durch Grauer Star Operation

    • Probleme durch Grauer Star Operation

      Liebe Grauer Star Patienten,

      mein Anliegen ist weniger, eine Frage zum Thema zu stellen, als vielmehr auf ein, gerage für junge Patienten wie mich, sehr großes Problem hinzuweisen, das der Akkomodationsfähigkeit (Fähigkeit der Scharfstellung der Linse in Bezug auf unterschiedliche Entfernungen) der gesunden bzw. fehlende Akkomodationsfähigkeit der künstlichen Linse.
      Meine Geschichte ist Folgende:
      Ich wurde im letzten Sommer am linken Augen operiert. Die durch den Grauen Star getrübte Linse wurde entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Leider haben mir weder die Augenärztin noch der Operateur die Konsequenzen für mein "scharfes" Sehvermögen offengelegt und auch aus den Internetauftritten der verschieden Praxen, Kliniken ..., die diese Operation durchführen, geht eines nicht sehr deutlich hervor: die herabgesetzte Sehschärfe durch die starre Kunstlinse in vielen Bereichen. Zu erwähnen ist in meinem Fall noch folgendes: Ich wurde auf dem "Star"-Auge mit einer Kunstlinse von -1,5 Dioptrien versorgt, da das andere Auge noch gesund war / ist (- 4,5 Dioptrien). Die Bemerkung "Sie werden nach der OP weiter die Brille tragen müssen." erschien mir aufgrund dieser Werte selbstverständlich. Beide Mediziner sagten mir aber nicht, dass ich mit dieser Brille dann nicht mehr lesen kann, da die Kunstlinse, wie oben schon erwähnt, sich nicht mehr auf unterschiedliche Entfernungen einstellen kann. Folglich trage ich jetzt eine Gleitsichtbrille, die mir das beidäugige Lesen in ca. 40 - 50 cm ermöglichst, die Unschärfe in einzelnen Entfernungen bleibt aber (belegbar duch die scharfe Sicht des anderen Auges). Wenn Kritiker jetzt behaupten, die Gleitsichtbrille gleicht dies aus, so möchte ich die / meine Antwort vorwegnehmen: Wenn ich mich mit jemanden vertraut, also nah unterhalte, wenn ich einen Busfahrplan an der Haltestelle lesen will, wenn ich beim Einkaufen die Produkte auswähle, schaue ich eben nicht durch den tief liegen Lesebereich sondern durch andere Bereiche und dann fällt die Unschärfe eben wieder sehr auf. Es ist mir wichtig, auf diese Unschärfebereiche hinzuweisen, die auch bei einer Korrektur = 0 Dioptrien für die Ferne vorhanden sind, dann natürlich im Abstand von = 0 cm bis ca. 80 cm - 1,50 m. Oft ist hier im Internet zu lesen. " Sie brauchen dann eine Lesebrille". Das hört sich nicht schlimm an, kann aber für sensible Personen durchaus zum Problem werden, wenn ihnen bewußt wird, dass sie in diesem Bereich nicht mehr scharf sehen und das bei allen Tätigkeiten wie Lesen, Kochen, Einkaufen, mit Kindern basteln, Kartenspielen, Gartenarbeit, Kleidung kaufen, Wäsche bügeln ... . Die Lesebrille ermöglich auch hier nur in einem kleinem Bereich von ca. 10 cm ein scharfes Sehen und die Gleitsichtbrille gleicht eben meiner Erfahrung nach nicht alles aus. Das kann einem ganz schön zu schaffen machen. Jedenfalls geht es mir so, da ich bis zur Erkrankung des linken Auges mit normaler Brille für Kurzsichtige noch sehr gut in allen Entfernungen sehen konnte.
      Liebe Kritiker meiner Betrachtungsweise. Natürlich ist mir klar, das man ohne OP erblinden kann, aber darum geht es nicht. Mir geht es um Aufklärung über den Nachtteil des "unscharfen Sehens in vielen Bereichen", der für mich sehr schwer wiegt und auf den meiner Meinung nach nicht deutlich genug hingewiesen wird.
      Erschwerend kommt bei mir noch der große Dioptrienunterschied hinzu, den allein der Operateur zu verantworten hat und der mit mir nicht abgesprochen war. Aber das ist ein anderes Thema.
      Hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder eben auch andere ?

      Delta 18